02.09.2014 – Tradition in Singapur

Hi,

nach ereignisreichen Tagen gibt es wieder Neuigkeiten von mir. In Singapur lebt ein bunter Mix von Menschen aus den verschiedensten Kulturen. Besonders beim Trip durch Chinatown wurde mir klar, wie nahe Tradition und Moderne in dieser Stadt nebeneinander existieren. Während der Hintergrund von modernen Wolkenkratzern und Luxushotels geschmückt ist, dominiert im Stadtteil Chinatown – unmittelbar neben dem modernen Stadtzentrum – der traditionelle Flair einfache chinesische Häuser und Straßenmärkte. In folgender Bildergallerie befinden sich dazu einige Bilder.

 Im ersten Bild ist ein buddhistischer Tempel zusehen. Der Dachstuhl ist auf eine besondere Weise ohne Nägel konstruiert und beherbergt einen Zahn Buddhas (ca. 4cm lang – allerdings bin bei Reliquien immer etwas skeptisch). Die Wände des Tempels sind mit zig Buddhastatuen geschmückt. Alle Figuren wurden gespendet und können mittels einer Nummer dem Spender zugeordnet werden – eine große Statue kostet ca. 10000 Euro, ein kleiner Buddha dagegen ist mit ca. 500 Euro direkt ein Schnäppchen 😉 Im Zentrum des Tempels befindet sich eine Statuen des zukünftigen Buddhas, der im Gegensatz zum in Deutschland bekanntem Buddhaabbild nicht als Mann mit dickem Bauch dargestellt wird. Der Tempel ist nämlich nicht dem „altem“ Buddha (Gautama Siddhartha) gewidmet, sondern einem zweiten, der erst in Zukunft erscheinen wird (zumindest habe ich das so in der Führung verstanden).

Im chinesischen Kalender befinden wir uns momentan im 7. Monat, dem Ghost Month, der dem Gedenken an die Toten gewidmet ist. Deshalb findet man zur Zeit an fast jeder Ecke in Singapur Menschen, die alle mögliche Gegenstände aus Papier (z.B. Spielgeld, Kleidung, Papierautos etc.) verbrennen. Laut deren Glauben verschwindet es so von dieser Welt und steht im Himmel den Verstorbenen zur Verfügung. Scheinbar werden bei Beerdigungen teilweise ganze Schlösser aus Papier verbrannt, sodass der Verstorbene im Jenseits in Wohlstand und Prunk wohnen kann.
Allgemein ist die Fülle und Vielfältigkeit chinesischer Bräuche und Sagen ist schier unglaublich. Dem Monat der Geister folgt im chinesischen Kalender das Mondfest im 8. Monat. Typischerweise werden zu diesem Fest Mooncakes (Mondkuchen) gegessen und können deshalb momentan überall gekauft werden. Der Kuchen hat einen knusprig gebackenen Rand, ist mit Lotuspaste und einem Eigelb in der Mitte gefüllt und schmeckt ziemlich süß und lecker.

Neben Mondkuchen, Satay und dem generell richtig leckerem Essen hier in Singapur gibt es auch weniger Gutes: Die Durianfrucht, die von vielen Einheimischen geliebt. Sie verbreitet einen extrem penetranten Gestank (weshalb sie in sämtlichen öffentlichen Verkehrsmitteln verboten ist) und schmeckt einfach ekelhaft.

Auch der Aufbau für den Formel 1 Grand Prix von 19.-21. September ist nahe der Marina Bay schon im vollen Gange. Da Karten für die Rennstrecke inclusive Konzerte von Robbie Williams und Jennifer Lopez bereits bestellt sind, steigt die Vorfreude  von Tag zu Tag.

Erwähnenswert ist auch mein Kampf mit einer Kokosnuss letzten Freitag. Hab mich ungeschickt angestellt und mich mit meinem Taschenmesser in die Hand geschnitten. Musste anschließend genäht werden, sodass ich momentan mit Handicap durch die Gegend laufe. Ich beobachte aber wie es von Tag zu Tag besser wird und bin zuversichtlich, dass es bald wieder ganz verheilt ist.

Viele liebe Grüße,
Christoph

p.s. So ein Schuhautomat hat schon Stil, oder? 😀

[envira-gallery id=“203″]

3 Kommentare zu „02.09.2014 – Tradition in Singapur

  1. Servus Christoph,
    hoffe die Verletzung heilt gut und die Freude auf Kokusnuss ist geblieben. Danke für den schönen Bericht. Finde ich spannend wie vielfältig Singapur ist. Gute Tage, liebe Grüße
    Sylvia

  2. Deine Recherchen sind sehr interessant und auch gut geschrieben. Super, dass Du Dich mit dem Land und der Kultur so auseinandersetzt.
    Hätte Dir meinen Pack Yugoslawische Dinar mitgeben können, die sind nix mehr wert und hätten sicher auch gut gebrannt. 😉
    Leider kann man Mooncakes nicht via Internet versenden. Aber: Gott sei Dank geht der Gestank einer Durian-Frucht auch nicht durch’s Internet durch.
    Mein Tipp für die nächste Kokosnuß: Ein Hammer und ein Freiwilliger zum Halten!
    Lg, Papa

Kommentare sind geschlossen.